//
//
  • Stadtleben
Energiesparmaßnahmen für Mieter und Eigentümer

Nachhaltig wohnen in Leipzig

Leipzigs Wohnsektor zählt bereits jetzt zu den nachhaltigsten überhaupt in Deutschland © Couleur bei Pixabay

Nachhaltig wohnen in Leipzig: Energiesparmaßnahmen für Mieter und Eigentümer

Nachhaltige Wohnkonzepte rücken bereits seit vielen Jahren in den Fokus - und das nicht grundlos. Immobilien sind für nahezu ein Drittel des deutschlandweiten CO2-Verbrauchs verantwortlich, rund 25 % des gesamten Energieverbrauchs der Bundesrepublik entfällt auf den Teilbereich Wohnen (ohne Gewerbe und Industrie). Parallel dazu belasten konsequent steigende Energiekosten Mieter ebenso wie Eigentümer und Vermieter finanziell. 

Die gute Nachricht: Leipzigs Wohnsektor zählt bereits jetzt zu den nachhaltigsten überhaupt in Deutschland. Lediglich 8,8 % der zum Verkauf angebotenen Wohnimmobilien entfielen im vergangenen Jahr auf die schlechtesten Energieeffizienzklassen F, G und H. Parallel dazu gelten beinahe 97 % der Leipziger Immobilien als energieeffizient oder sehr energieeffizient - damit erreicht Leipzig bundesweit den dritten Rang hinsichtlich der Wohn-Energieeffizienz, lediglich Rostock und Schwerin erzielen bessere Werte. Optimierungspotenziale gibt es dennoch - die umzusetzen schont nicht nur die Umwelt, sondern auch das eigene Budget.

Effizientes Heizen und Energieeinsparung für Mieter

Mieter sind in ihrem Handeln, was Sanierungsmaßnahmen anbelangt, aus offensichtlichem Grund stark eingeschränkt: Was aber nicht bedeutet, dass diese ohnmächtig gegenüber steigenden Heiz- und Energiekosten wären. Kleinere Veränderungen und Anpassungen des Alltags können sich das gesamte Jahr über, allen voran während der Heizsaison, durchaus summieren. 

Das beginnt schon mit dem richtigen Heizen und Lüften, beides geht in der Praxis nämlich Hand in Hand. Frische Luft braucht es natürlich immer in Innenräumen, trotzdem sollten die Fenster nicht dauerhaft auf Kippstellung stehen. Besser ist zwei- bis dreimal täglich stoßlüften. Das hat den Vorteil, dass jegliche angesammelte Luftfeuchtigkeit aus dem Raum herausgezogen wird, während der zugleich nicht unterkühlt. Idealerweise werden alle Fenster für etwa 5 bis 15 Minuten, je nach Außentemperatur, weit geöffnet - um so einen Luftzug zu erzeugen. Das Schimmelrisiko, vor allem in sehr gut isolierten Neubauten, reduziert sich durch korrektes Lüften ebenfalls signifikant.

Wichtig ist korrekt zu heizen auch deshalb, weil Wände, Möbel und alle anderen Einrichtungsgegenstände Wärme konservieren. Das ist ein Vorteil, denn nach dem Stoßlüften heizt sich der Raum damit schneller wieder auf, was wiederum in einem reduzierten Heizenergieverbrauch resultiert. Aus demselben Grund sollten Räume nie vollständig auskühlen, denn diese wieder auf die anvisierte Temperatur zu bringen, kostet dann überdurchschnittlich viel Energie. Besser ist Heizkörper und Innentemperatur über Nacht lediglich abzusenken, statt die Heizung komplett auszuschalten.

Hinsichtlich des Stromverbrauchs lassen sich ebenfalls leicht Einsparungen realisieren: 

  • Geräte sollten komplett ausgeschaltet werden, statt in den Stand-by-Modus zu gehen
  • Steckerleisten und smarte Steckdosen sorgen dafür, dass sich Strom leicht und mit nur einem Handgriff kappen lässt
  • ineffiziente Leuchten sollten etwa im Innenbereich durch energiesparende LED-Lampen ersetzt werden
  • in die Jahre gekommene Stromfresser wie Kühlschrank, Waschmaschine und Co. sollten durch energieeffiziente Geräte ersetzt werden, die Anschaffungskosten können sich durch die reduzierten Stromkosten relativ zügig amortisieren

Praktisch sind dahingehend auch smarte Verbrauchszähler: Diese erfassen den Stromverbrauch ganzheitlich und/oder an einzelnen Geräten punktuell. Damit sind Mieter in der Lage potenzielle Stromfresser zu identifizieren und können sich zugleich genau ausrechnen, wie hoch die eingesparten laufenden Stromkosten sind, sofern diese Geräte durch moderne und energieeffiziente Alternativen ersetzt werden.

Gleichermaßen empfehlen sich Verbrauchsmessungen und -überwachungen auch, um das eigene Handeln im Haushalt zu optimieren. Werden Verbrauchsmuster zunächst erkannt, können diese anschließend optimiert werden - und so für einen reduzierten Stromverbrauch sorgen, ohne dass das zu Lasten des Wohnkomforts geht.

Langfristige Investitionen für Eigentümer: Energieeffiziente Sanierung

Während Mieter in ihrem Handeln auf die Innenräume und ihr Verhalten beschränkt sind, können Eigentümer weitreichende Maßnahmen an der Immobilie selbst durchführen. Der wichtigste Punkt dabei: Ein sinnvolles und aufeinander aufbauendes Dämmkonzept. Insbesondere in Altbauten, von denen Leipzig aus der Gründerzeit ebenso wie das benachbarte sächsische Dresden mehr als genug hat, sind homogene und ganzheitliche Dämmkonzepte ein Muss. Anderenfalls könnten sich, wenn beispielsweise nur die Fenster modernisiert werden, an schlechter gedämmten Stellen Kältebrücken und Schimmel entwickeln. Zudem sind viele Fördermittel an einen zuvor fachmännisch erstellten Sanierungsfahrplan gekoppelt. Fassaden- und Dachdämmungen sowie dreifach verglaste Fenster können korrekt umgesetzt die Energieeffizienz der Immobilie signifikant steigern.

Moderne Heizsysteme reduzieren indes den CO2-Ausstoß der Immobilie ebenso wie sie eine vorteilhafte Unabhängigkeit gegenüber der Preisentwicklung am Markt der fossilen Brennstoffe schaffen. Wie schnell beispielsweise auch das vermeintlich günstige Gas zum teuren Heizstoff avancieren kann, zeigte vor wenigen Jahren die Kappung der russischen Gaslieferungen. Wärmepumpen arbeiten indes mit regenerativen Energiequellen und können vielmals im Sommer in der Reverse-Funktion sogar zum Kühlen genutzt werden. Grundvoraussetzung ist aber eine bereits entsprechend hohe Energieeffizienz der Immobilie: Leipziger Mehrfamilien-Altbauten aus der Gründerzeit wird eine Wärmepumpe im kalten deutschen Winter nicht alleine versorgen können, sofern zuvor nicht signifikant die Dämmstandards gesteigert wurden.

Photovoltaik-Anlagen und Regenwassersammelanlagen sind weitere Möglichkeiten, um die Energieeffizienz zu steigern - beides lässt sich auch an gekachelten Schrägdächern integrieren.

Gemeinsame Maßnahmen für Mieter und Eigentümer

Intelligente Smart-Home-Technologien und -Geräte können sich beide zu Nutze machen. Intelligente Thermostate erlauben eine voll- oder teilautomatisierte Steuerung der Heizlast, indem sie beispielsweise automatisch über Nacht drosseln, aber die Heizkörper rechtzeitig vor dem Aufstehen oder Betreten der Wohnung wieder hochfahren. Verfügen die intelligenten Thermostate über eine App, können sie zudem von unterwegs gesteuert werden.

Smart-Home-Beleuchtung kann den Stromverbrauch reduzieren: Zur Automatisierung empfehlen sich Bewegungsmelder, aber auch schlicht über App ansteuerbare Lampen bringen mitunter schon eine Reduzierung der laufenden Stromkosten mit sich. Im Regelfall sind intelligente LEDs zudem dimmbar, wodurch sich mit diesen sogar noch ein heimeliges und gemütliches Ambiente schaffen lässt - insbesondere in den grauen, dunklen Herbst- und Wintermonaten Deutschlands. Einige moderne LEDs arbeiten zudem mit einer ausgeklügelten Sensorik, wodurch sich die Beleuchtung individuell an den Tageslichteinfall und die Tageszeit anpasst. So muss nicht einmal selbst gedämmt werden - was für Komfort und reduzierte Stromkosten sorgt.

Smart können auch der Geschirrspüler und beispielsweise die Waschmaschine sein, insbesondere in Kombination mit dynamischen Stromtarifen. Diese Geräte würden dann automatisch zu Zeitpunkten ihren Betrieb starten, wenn der Strompreis pro Kilowattstunde des dynamischen Tarifs gerade besonders günstig ist. Eine Kopplung an beispielsweise vorhandene Photovoltaikanlagen ist ebenso möglich: Dann verbrauchen diese Geräte unmittelbar den generierten Strom oder richten sich entsprechend der Stromerzeugung aus - das ist wirtschaftlicher sinnvoll, als überschüssigen Strom ins öffentliche Netz einzuspeisen.

Die zentrale Steuerung der Beleuchtung, die intelligente LEDs und dazugehörige Apps ermöglichen, sorgt für Komfort. Intelligente Lampen haben zudem eine über die App-Konnektivität sichergestellte Zeitsteuerung. Anwohner könnten so zum Beispiel bestimmte Intervalle, die zu den Arbeitszeiten passen, vorab einstellen - damit bleibt das Licht auch dann nicht eingeschaltet, wenn es mal angeschaltet vergessen wurde.

Des Weiteren sollten Leipziger ihren aktuellen Stromvertrag auf den Prüfstand stellen. Eine Umstellung auf einen Ökostrom-Tarif reduziert mindestens den CO2-Fußabdruck der Immobilie, mitunter wird sogar noch eine (signifikante) Reduzierung der Stromkosten so erzielt. Nur selten ist der Leipziger Grundversorger zugleich die günstigste Option - die Stromversorgung ist bei einem Wechsel immer dauerhaft gesichert, da der eigentliche Strom weiterhin von derselben Stelle eingespeist wird, lediglich der Rechnungssteller ändert sich.

Fördermöglichkeiten und Beratungsangebote

Bundesweit verfügbare Förderprogramme werden wahlweise von der KfW oder dem BAFA angeboten. Wichtig hierbei: Fördermittel sind stets vor der Umsetzung der Maßnahme zu beantragen. Des Weiteren setzen die meisten Sanierungsförderprogramme einen zuvor vom zertifizierten Fachmann erstellten Sanierungsfahrplan voraus. 

In Leipzig selbst können Eigentümer und Mieter sowohl die Verbraucherzentrale als auch unabhängige Energieberatungen ansteuern. Des Weiteren setzt sich bereits seit Jahren das “Forum Nachhaltiges Leipzig” für eine höhere Energieeffizienz im Wohnbereich ein und agiert da als Schnittstelle zwischen den Einwohnern der Stadt, Wirtschaft und Politik. Aktuelles Ziel des Forums ist es, bis 2030 insgesamt 720.000 Einwohner, also perspektivisch quasi alle Leipziger, in nachhaltige, energieeffiziente und lebensqualitäterhaltende Wohnräume zu bringen.

Fazit

Eine höhere Energieeffizienz birgt wirtschaftliche ebenso wie ökologische Vorteile. Mieter können allen voran durch ihr eigenes Handeln und die Anschaffung von Smart-Home-Produkten die laufenden Energiekosten senken. Vermieter und Eigentümer können zusätzlich Sanierungsmaßnahmen durchführen, die potenziell nicht nur eine hohe Ersparnis generieren, sondern perspektivisch auch dem Werterhalt der Immobilie zuträglich sind - und sich mitunter sogar steuerreduzierend sowie gefördert umsetzen lassen. Der beste Zeitpunkt damit zu beginnen ist jetzt!

Weitere Informationen: https://www.click-licht.de

« zurück
zur aktuellen Ausgabe