Die jüngste Insolvenz der HB Ludwigsburg, dem erfolgreichsten Klub der vergangenen Jahre, war ein Schock für den Frauenhandball – und hat viele an frühere Ereignisse erinnert. Auch der HC Leipzig musste 2017 aus wirtschaftlichen Gründen Insolvenz anmelden. Damals traf es ebenfalls einen der erfolgreichsten Vereine Deutschlands. Beide Beispiele zeigen, wie schnell ambitionierte Projekte durch Management-Fehler ins Wanken geraten können. Doch solche Fehler passieren in allen Ligen und Sportarten – sie sind kein Spezifikum des Frauenhandballs.
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Eine Seite Vernunft

Wir beim HC Leipzig streben aktuell erneut den Aufstieg in die Erste Bundesliga an. Für uns wäre das nicht nur der verdiente sportliche Lohn, auf den unsere Spielerinnen akribisch hinarbeiten, sondern vor allem eine echte Chance. Eine Chance, den Frauenhandball in Leipzig und darüber hinaus mitzugestalten – mit Haltung, Weitblick und Verantwortung.
Der Zeitpunkt ist günstig: Weltweit wächst das Interesse am Frauensport, die mediale Aufmerksamkeit steigt, ebenso wie das Engagement von Sponsoren. Diese Dynamik spüren wir auch im Handball – und sie gibt uns Rückenwind. Wer jetzt den Sprung nach oben schafft, wird Teil einer wachsenden Bewegung.
Natürlich stellt uns die erste Liga vor neue Herausforderungen: Lizenzauflagen, höhere Budgets, mehr Organisation. Doch wir sehen darin keine Last, sondern einen Motor. Professionalisierung ist für uns kein Zwang, sondern ein logischer Schritt – eine Investition in Zukunft und Glaubwürdigkeit. Gerade junge Spielerinnen brauchen Vorbilder und Perspektiven im eigenen Land. Deshalb schaffen wir Strukturen, die genau das möglich machen – für den Nachwuchs, für unsere Region und für den Frauenhandball insgesamt.
Die Geschichte des HC Leipzig lehrt uns Demut, aber auch den Wert von Neuanfängen. Wir haben gelernt, dass sportlicher Erfolg nur dann trägt, wenn auch die wirtschaftliche Basis stimmt. Deshalb setzen wir heute auf solides Management, starke Partnerschaften und einen klaren Plan. Unser Blick geht nicht nur auf die Tabelle, sondern auch auf Strukturen, Fans und Nachwuchsarbeit.
Wir sind ein Verein mit Geschichte – aber vor allem mit Zukunft. Unsere Nachwuchsarbeit ist stark, unser Umfeld engagiert. Der Aufstieg ist für uns mehr als ein sportliches Ziel: Er steht für Verantwortung. Der Frauenhandball in Deutschland hat enormes Potenzial – wenn wir ihn gemeinsam weiterdenken. Der HC Leipzig ist bereit, diesen Weg mitzugehen. Aus Überzeugung. Mit Leidenschaft. Und mit klarem Blick auf das, was möglich ist.
Lars Lammich ist Geschäftsführer des HC Leipzig und gestaltet gemeinsam mit Pauline Pegenau die wirtschaftliche und strukturelle Neuausrichtung des Traditionsvereins. Mit seinem Hintergrund in Sport- management und Marketing fördert er gezielt die Professionalisierung des Frauenhandballs – mit sportlicher Leidenschaft und unternehmerischer Weitsicht.

