- Sport
Eine Seite Vernunft

WOZU IST SPORT GUT?
Ohne Schweiß kein Preis“ lautet die Überzeugung der einen – „Sport ist Mord“ die Wahrnehmung der anderen. Wo bleibt dabei die Vernunft? Diese lässt sich bekanntlich nur über die Erziehung des Menschen durchsetzen. Im Schulsport und Sportunterricht wird der Zusammenhang zwischen Sport, Körper und Bewegung pädagogisch begründet. Hierbei geht es darum, die Körperlichkeit der Schülerinnen und Schüler im praktischen Handeln und Erfahren zu fördern. Um es mit Erich Kästner zu sagen: „Es gibt nichts Gutes, außer man tut es“! Daher will ich an dieser Stelle eher die guten, vernünftigen Aspekte für das sportliche Betätigen herausstellen.
Regelmäßige sportliche Betätigung wird von medizinischen und wissenschaftlichen Experten als eine der wirksamsten Methoden zur Erhaltung und Förderung der körperlichen Gesundheit angepriesen. Damit kann Herz- Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und vielen anderen gesundheitlichen Problemen vorgebeugt werden. Sport hat auch nachweislich positive Effekte auf die geistige Gesundheit. Er kann Stress abbauen, die Stimmung verbessern und das Risiko für Depressionen und Angststörungen reduzieren. In unserer immer stärker individualisierten und digitalisierten Welt ist das ein für unsere Schülerinnen und Schüler notwendiges Korrektiv.
Sportliche Betätigung schult ebenso kognitive Fähigkeiten und Verhaltensweisen. So wird in vielen Fällen Disziplin und Selbstkontrolle gefordert: Fähigkeiten, die stark mit vernünftigen Verhaltensweisen assoziiert sind. Regelmäßig Sport zu treiben, kann die Fähigkeit stärken, sich zu organisieren, langfristige Ziele zu verfolgen und Selbstdisziplin zu entwickeln. Studien legen nahe, dass regelmäßige körperliche Aktivität positive Effekte auf Gedächtnis, Aufmerksamkeit und problemlösendes Denken hat. Diese Effekte können die Fähigkeit zur vernunftgeleiteten Entscheidungsfindung verbessern.
Gerade Mannschaftssportarten fördern Teamarbeit, soziale Interaktion und das Verständnis für gemeinschaftliche Ziele. Diese sozialen Fähigkeiten sind oft entscheidend für vernünftiges und kooperatives Verhalten in anderen Lern- und Lebensbereichen. Sport kann auch ein Mittel zur Selbstfindung und Selbsterkenntnis sein.
Für die Umsetzung in der Praxis empfehle ich den Leitsatz des Deutschen Olympischen Sportbundes: „Richtig fit“ hält man sich oder wird man, indem man regelmäßig, richtig, mit Maß und mit Spaß Sport treibt.
Peter Pattke, Jahrgang 1970, treibt bereits seit seiner Kindheit Sport. Nach einigen Jahren als Turner beim SC DHfK Leipzig war er bis zur Wiedervereinigung als Sportakrobat aktiv und schaffte es hier bis in die DDRNationalmannschaft. Nach der Wende absolvierte der gebürtige Leipziger ein Lehramtsstudium (Gym nasium) für Sport und Geschichte. Seit 1998 ist er Lehrer am Beruflichen Schulzentrum 1 der Stadt Leipzig, seit 2003 außerdem Fachberater Sport.

