Es hätte auch anders kommen können: 18 Aktenordner hatte die Stasi über ihn gefüllt, fünf Spitzel auf ihn angesetzt. Denn Gerd Harry Lybke, kurz Judy, war erst aus der NVA aussortiert worden und schlug danach einen Studienplatz in der Sowjetunion aus.
Lybke beschrieb das in einem Interview mit Sarah Alberti und Birgit Grimm für „Kunstszene/ Ost“ einmal so: „Ich habe die Hand des Vaters ausgeschlagen. Danach war Feierabend.“ Zumindest was eine normale Laufbahn anbelangte.
Doch Lybke öffnete unter den Argusaugen des Staates 1983 einfach in seiner Wohnung in der Körnerstraße 8 eine Galerie. An der Tür erschien er im Bademantel, um den Anschein einer privaten Veranstaltung zu wecken. Schließlich war der Galeriebetrieb nicht genehmigt.




