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  • Leipzig engagiert sich
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Tobias Quart

„Die Politik weiß, was wir leisten“

Seit August leitet Tobias Quart das WERK 2. Kurz nach Amts - an tritt schwärmt er von seinem engagierten Team und erzählt, wie er den Kurs zwischen soziokultureller Vielfalt und Events halten will.

Tobias Quart
Tobias Quart © Johanna Baschke

Wie haben Sie die ersten Tage verbracht?

Tobias Quart: Mit reden, reden, reden. Ich will alle Partner kennenlernen. Allein die Masse der Ansprechpartner zeigt die Vielfalt unseres Angebots.

Sind die Rahmenbedingungen gerade undankbar? Neuer Stadtrat, Post-Corona-Delle …

Quart: Die ersten Gespräche mit dem Stadtrat waren sehr positiv. Insgesamt bin ich optimistisch. Die Politik weiß, was wir leisten. Das WERK 2 – das darf ich sagen, weil ich neu von außen komme – leistet extrem gute Arbeit.

Party ist nicht unser Fokus. Tobias Quart, seit August Geschäftsführer des WERK 2

Und die Besucherentwicklung?

Quart: Man muss unterscheiden. In der Sozial- und Jugendarbeit mit unseren Werkstätten, Tanz- oder Theaterangeboten ist die Nachfrage sehr hoch. Im Veranstaltungsbereich befinden wir uns wieder in einer Aufwärtsbewegung, auch wenn die Agenturen bei der großen Halle mit Einleitungen noch vorsichtig sind. Der Partybereich läuft tatsächlich schlechter.

Reagieren Sie darauf?

Quart: Ja. Etwa über die Reihe „Everybody dance now“ versuchen wir, junges Publikum besser zu erreichen. Aber Party ist nicht unser Fokus. Wir leisten wichtige Kulturarbeit vor allem für Kinder und Jugendliche, die bei uns Freiräume finden und unabhängig von ihrem Hintergrund zusammenkommen.

Manchmal kommt der Vorwurf, es werde nur eine homogene Bubble erreicht.

Quart: Dem wirken wir mit der Kulturkutsche Wilma entgegen. Kurz gesagt: eine mobile, soziokulturelle Werkstatt, die in andere Stadtteile fährt. Wir suchen vor Ort Ehrenamtliche, um das Angebot zu verstetigen. Aber noch mal, auch hier im WERK 2 schaffen wir mit Herzblut Angebote für Menschen mit völlig unterschiedlichen Interessen.

Als Mitbetreiber des 4rooms, das wegen eines Investors schließen musste, haben Sie Gentrizierung selbst erlebt. Wie sehen Sie die Entwicklung Leipzigs?

Quart: Das 4rooms ist ein gutes Beispiel, letztlich wird das Gebäude aber zu einer Schule. Als Vater von drei Kindern weiß ich, wie notwendig das ist. Insgesamt kommen aber in der Konkurrenz um Räume alternative Projekte oder genossenschaliche Modelle zu kurz.

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