Gedanken an den Tod schieben wir gern weit von uns. Erstmals beschäftigt sich das Stadtgeschichtliche Museum mit diesem Tabuthema. In „R.I.P. – Die letzte Adresse“ geht es um den Umgang mit dem Tod und die Bestattungskultur von frühgeschichtlichen Ausprägungen bis zu säkularem Brauchtum der Gegenwart.
Anders als heute wurde das Sterben über Jahrtausende als Teil des Lebens betrachtet, auf das man sich mit Ritualen vorbereitete. Die Kirchen gestalteten über Jahrhunderte auch in Leipzig die Prozesse von Bestattung und Abschied. Einen besonderen Blick wirft die Ausstellung auf den Alten Johannisfriedhof.
Ebenso geht es um Versuche der DDR, sozialistische Rituale für die Bestattungskultur zu entwickeln. Außerdem sind spätmittelalterliche Gedenktafeln aus Leipziger Kirchen zu sehen, ferner Totenmasken und ein Leipziger Pestkarren des 17. Jahrhunderts. Die Ausstellung fragt auch nach modernen Bestattungsformen und nach dem Wandel der Erinnerungskultur.


