Am 15. Januar 2026 erschien der neue Roman von Franziska Wilhelm „Die Geschichte des Fröstelns” im Verlag edition überland. Das Buch dreht sich um Wärme, Kälte, enge Familienbande und Selbstfindung.
Frostige Familienverhältnisse
Alma ist hochintelligent und kommt aus einer Familie renommierter Wissenschaftler. Alle Familienmitglieder haben diesen Hang zum Frösteln, der das Leben von Alma und ihren Verwandten bestimmt. Doch Alma fühlt sich eingeengt. Sie sehnt sich nach Wärme, aufregenden Gefühlen und der Möglichkeit, sich von ihrer engstirnigen Familie zu lösen. So begibt sie sich auf eine Reise von Leipzig über Berkeley bis nach Aix-en-Provence.
Franziska Wilhelm hat mit „Die Geschichte des Fröstelns” einen modernen Abenteuerroman mit einer Prise Skurrilität geschaffen. „Das ist ja gerade das Schöne in der Literatur und im Schreiben: Man kann ganz verrückt, ganz schräg sein und sich austoben!”, erklärt sie. Mit ihrem neuen Roman machte sie sich auf Spurensuche nach Wärme und Kälte in verschiedenen Bereichen des Lebens und der Wissenschaft. Auch sie kommt aus einer Familie voller Frostbeulen und hat so die Inspiration für ihren Roman gefunden.
Alma reist um die Welt
Leipzig ist Franziska Wilhelms Wahlheimat und auch Teil ihres Romans. Protagonistin Alma studiert Soziologie in Leipzig. „Die Leipziger Leser sollen sich natürlich freuen: Die werden Dinge aus Leipzig einfach wiedererkennen oder ein bestimmtes Lebensgefühl erkennen.”, hofft Franziska Wilhelm. Aber nicht nur Leipzig spielt eine Rolle in dem Roman. Es wird international, denn Almas Weg führt sie auch nach Berkeley und Aix-en-Provence. „Ich möchte die Leute mit auf das Abenteuer nehmen.”, so Franziska Wilhelm. Mit Aix-en-Provence verbindet sie sogar eine persönliche Geschichte. Ihr Onkel hat lange dort gelebt. Zu Recherchezwecken war sie sogar selbst vor Ort. Und warum Berkeley? „Berkeley fand ich einfach von der wissenschaftlichen Seite her spannend, wegen der Universität”, erklärt die Autorin. „Und es sollte auch ein Ort sein, der ein bisschen warm ist.”
Auf der Suche nach sich selbst
Kälte ist ein zentrales Element in dem Roman. Franziska Wilhelm war es daher besonders wichtig, eine möglichst rationale Familienkonstellation zu wählen. Als Moderation bei Science-Slams wuchs auch ihre Begeisterung für die Wissenschaft, so lag die Wahl einer Familie voller kühler Wissenschaftler nahe. Die Protagonistin Alma scheint das schwarze Schaf unter ihren Verwandten zu sein. Sie studiert Soziologie und keine Naturwissenschaft und sucht verzweifelt nach Wärme. „Also eigentlich wollte ich einfach einen jungen Menschen darstellen, der Orientierung und seinen Platz im Leben sucht. Das Geschlecht war dann erst dahinter gestellt.”, stellt Franziska Wilhelm klar. Alma, deren Familie vor allem von erfolgreichen männlichen Wissenschaftlern geführt wird, bietet als weibliche Person jedoch einiges an Konfliktpotenzial. Sie ist eine Frau, die aus den starren Familienverhältnissen ausbrechen und ihren eigenen Weg gehen will.
Von der Bühne ins Buch
Die gebürtige Erfurterin Franziska Wilhelm ist jedoch nicht nur als Autorin tätig. Seit über zehn Jahren ist sie Teil der Lesebühne Schkeuditzer Kreuz. „Daher kennt man mich wahrscheinlich in Leipzig am meisten!”, sagt sie schmunzelnd. Gemeinsam mit anderen Autoren tritt sie in regelmäßigen Abständen auf und trägt unterhaltsame Texte vor. Live auf der Bühne zu sprechen scheint kein Problem für Franziska Wilhelm. Aber es gibt auch Unterschiede in der Art und Weise, wie sie für die Bühne oder einen Roman schreibt. „Bei der Lesebühne ist es so, dass man ja relativ schnell eine Reaktion des Publikums haben will, deshalb sind die Texte natürlich viel pointierter geschrieben”, erklärt sie. „Und bei so einem Roman da baut sich die Handlung und die Spannung erst so langsam auf.”
Die Leser sollen vor allem eins aus Franziska Wilhelms neuem Buch mitnehmen: „Lass dich nicht einschränken, geh deinen Weg.” Für alle Interessierten gibt es den Roman für 24 Euro zu erwerben.


