//
//
  • Film
Das DOKFilmfestival beschäftigt sich mit aktuellen Themen, die die Welt beschäftigen

Dialog statt Hass

Ein Stück Hoffnung in Kiew zeigt der Film „Flowers of Ukraine" © Flowers of Ukraine/Adelina Borat

Ab 28. Oktober beginnt das DOKFilmfestival. Hier dreht sich alles um Dokumentarfilm und Animation. Das Festival beschäftigt sich mit Naturzerstörung, mit Konflikten der Welt und der eigenen Historie.

Die inhaltliche Spannbreite ist riesig beim DOK Leipzig. Doch es gibt Schnittmengen. Die Beziehung von Mensch und Natur beschäftigt viele Filmemacher und füllt eine Programmreihe. „Es wird die Frage gestellt, wie die Natur lebt mit diesem aggressiven Bewohner, dem Menschen“, sagt Festivalleiter Christian Terhechte.

Die Ukraine im Blick

Thema sind ebenso die Konflikte der Welt. Doch am Beispiel der Auseinandersetzung zwischen Israel und der Hamas zeigt sich: Gute Dokus brauchen Zeit. „Wir haben viele Filme geschaut, auch mit Bildern, die nach dem 7. Oktober entstanden sind. Alle lassen es an Reflexion vermissen“, sagt Terhechte. Im Publikumswettbewerb aber laufen zwei Filme, die sich mit älterem Material mit der Beziehung von Palästinensern und Israelis auseinandersetzen: darunter „I Shall Not Hate“ über den Versuch, trotz schrecklichem Unrecht nicht zu hassen, sondern zum Dialog zu finden.
Viele Filmemacher wenden sich der Ukraine zu. Adelina Borets warmherziges „Flowers of Ukraine“ sieht Terhechte als potenziellen Publikumsliebling. „Eine Frau verteidigt erst ihren Garten gegen Investoren und behauptet dann ihre Existenz während des Krieges.“

Filme sind immer etwas Gemachtes. Sie stellen keine absolute Wahrheit dar. Christian Terhechte, Leiter DOK Leipzig

KI beeinflusst das Filmerlebnis

Der Film „Traces of Responsibilities“ reflektiert den Bürgerkrieg in Ruanda – und zeigt, wie KI im Film Einzug halten kann. Nach jeder Szene wird vom Publikum entschieden, welcher der Erzählstränge weiterverfolgt wird. „Solche Elemente zeigen, dass Filme immer etwas Gemachtes sind. Sie stellen keine absolute Wahrheit dar“, sagt Terhechte. Die Retrospektive lotet aus, welche Unabhängigkeit das DOK Leipzig von der offiziellen DDR-Kulturpolitik hatte. „Die Beschäftigung mit Geschichte und Filmgeschichte ist ein wesentliches Merkmal unseres Festivals“, sagt Terhechte. 

DOK Leipzig

28. Oktober bis 3. November

Programm unter www.dok­leipzig.de

« zurück
zur aktuellen Ausgabe