Charles Dickens‘ „Weihnachtsgeschichte“ gilt noch heute als einer der am häufigsten interpretierten literarischen Texte in der Vorweihnachtszeit. Sie ist dann auch an beiden städtischen Sprechtheatern zu erleben – allerdings auf denkbar unterschiedliche Weise.
Am Schauspiel gastieren einmalig die Schauspieler Samuel Finzi und Herbert Knaup, die den Text zum Klang eines fünfköpfigen Orchesters rezitieren. Der musikalische Abend spielt mit Elementen literarischer Revuen. Am Theater der Jungen Welt dagegen kommt die gelungene Inszenierung der letzten Saison zur Wiederaufnahme – mit einem wunderbar mürrisch-stoffeligen Martin Klemm als Ebenezer Scrooge und als Gegenpol drei verschwörerischen Weihnachtsgeistern, denen es diebische Freude bereitet, den kaltherzigen Geizhals zu bekehren.
Dickens’ Sozialkritik im Märchengewand gelingt der Sprung in die Gegenwart.


