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Vom 04. bis 09. November

Der Caravan of LUV bringt Heilung

14 internationale Gastspiele zeigt das Tanz- und Theaterfestival euro-scene Leipzig vom 4. bis 9. November. Zum Auftakt feiert Elia Redigers Performance-Kollektiv vor und in der Oper ein Ritual der Heilung.

Der Caravan of LUV fährt mit seiner Performance-Kommune vor die Leipziger Oper
Der Caravan of LUV fährt mit seiner Performance-Kommune vor die Leipziger Oper © Jakob Dieckmann

Der Musiker und Theatermacher Elia Rediger versteht es, Brücken zu schlagen. Vor drei Jahren kam er als Teil der europäisch-kongolesischen GROUP50:50 mit „The Ghosts are returning“, einem musikalisches Stück über koloniale Traumata, zur euro-scene.

Jetzt ist Rediger erneut Teil des Festivals und fährt mit dem Caravan of LUV vor. So nennt sich sein zwölfköpfiges Performance-Kollektiv – den Caravan of LUV gibt es aber auch ganz real als Wohnmobil.

Mein Vater hat mir einen Caravan hinterlassen. Das hat alles ins Rollen gebracht. Elia Rediger, Gründer des Caravan of LUV

Zwischen Konzert, Ritual und Happening

„Mein Vater hat mir einen Caravan hinterlassen. Das hat alles ins Rollen gebracht“, sagt Rediger. Denn das Fahrzeug wurde zum mobilen Einsatzort, um Musiker zusammenzubringen und in einer Art moderner Kommune Songs zu schreiben. Von wilden Jam-Sessions am Lagerfeuer erzählt Rediger.

Die ersten Sessions und Shows haben im Rahmen der Wiener Festwochen im Frühsommer stattgefunden. Leipzig wird die zweite Station. Wieder entstehen Lieder, die extra für den Ort geschrieben werden und in einen Abend zwischen Konzert, Happening und Ritual münden. Unter dem Titel „Healing Hate“ reagiert der Abend auf die gesellschaftlichen Brüche der Gegenwart mit dem Versuch einer Utopie. Mit dabei im Bühnenspektakel, das vor und im Opernhaus stattfindet, sind Leipziger Künstler und Oberbürgermeister Burkhard Jung.

Künstler mit großer Aura

Zu den außergewöhnlichsten Gästen zählt in diesem Jahr Steven Cohen. Der südafrikanische Künstler mit der großen Aura zeigt beim Festival mit „People Will People You“ sogar eine Uraufführung. Darin will er den Gegensatz zwischen Performer und Publikum auflösen und von seiner bisher rein visuellen Kunst den Weg zum Dialog finden.

Viele kleine Tanzproduktionen prägen das Festival. Der franko-kanadische Tänzer Manuel Roque zeigt mit „Le vent se lève“ und „bang bang“ gleich zwei Stücke. Der Festivalabschluss gehört Trajal Harrell mit „Dancer of the Year“. Als „Tänzer des Jahres“ wurde er von einer Zeitschrift tatsächlich einmal ausgezeichnet – worauf der Hauschoreograf des Schauspielhaus Zürich das gleichnamige Solo schuf.

euro-scene Leipzig
4. bis 9. November
www.euro-scene.de

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