18. März, 11 Uhr, Congress Center Leipzig.
Im Saal 2 eröffnet die Messeleitung die Buchmesse 2026 offiziell vor der Presse.
Auf dem Podium sitzen Martin Buhl-Wagner, Geschäftsführer der Leipziger Messe, Astrid Böhmisch, Direktorin der Leipziger Buchmesse, Peter Kraus vom Cleff, Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, sowie Dr. Skadi Jennicke, Kulturbürgermeisterin der Stadt Leipzig. Die Moderation übernimmt Unternehmenssprecher Dr. Andreas Knaut.
Schon zu Beginn wird deutlich: Diese Buchmesse versteht sich nicht nur als Branchentreff, sondern als gesellschaftlicher Ort.
„Demokratie braucht die Buchbranche“
Peter Kraus vom Cleff findet klare Worte.
„Die Demokratie gerät in Deutschland zunehmend unter Druck“, sagt er mit Blick auf das politische Klima und die anstehenden Wahlen. Die Machtkonzentration digitaler Plattformen sei „brandgefährlich“.
„Demokratie braucht die Buchbranche als starkes Rückgrat“, so Kraus vom Cleff. Verlage, Buchhandlungen und Logistik benötigten stabile Rahmenbedingungen. Er fordert eine stärkere Regulierung generativer KI, Transparenzpflichten für Anbieter sowie eine faire Vergütung für Kreative und Rechteinhaber.
Auch Medien- und Lesekompetenz stehen im Fokus. „Medienkompetenz sollte Pflichtfach im Unterricht werden“, sagt Kraus vom Cleff. Leseförderung sei Grundlage jeder reflektierten Mediennutzung.
Am Rande der Pressekonferenz wird zudem die Frage nach der Meinungsfreiheit in Deutschland diskutiert. Das Thema bleibt als Nachklang im Raum stehen. Mehrere Veranstaltungen greifen es am Messe-Donnerstag auf, darunter eine Diskussion im Forum Offene Gesellschaft unter dem Titel „Grenzenlose Meinungsfreiheit?“.
Kritik an kulturpolitischen Entscheidungen
Der Börsenverein äußert zudem deutliche Kritik an aktuellen kulturpolitischen Entwicklungen. Beanstandet wird die nachträgliche Streichung dreier Buchhandlungen von der Liste des Deutschen Buchhandlungspreises. Auch der geplante Stopp des Erweiterungsbaus der Deutschen Nationalbibliothek in Leipzig wird als Fehlentscheidung bezeichnet.
Kraus vom Cleff betont die Bedeutung des gedruckten Buches als Kulturgut. Eine reine Digitalisierung des Sammelauftrags sei kein Ersatz.
2.044 Aussteller aus 54 Ländern
Ab heute, Donnerstag, 19. März, öffnet die Leipziger Buchmesse ihre Tore.
2.044 Aussteller und Vertreter aus 54 Ländern sind in diesem Jahr vertreten. Damit wächst die internationale Beteiligung weiter.
Rund 3.000 Veranstaltungen an mehr als 300 Orten umfasst das Lesefestival „Leipzig liest“. Auch die Manga Comic Con sowie die Antiquariatsmesse sind Teil des Programms.
Martin Buhl-Wagner spricht von einem „starken Signal angesichts der anspruchsvollen Marktlage“. Astrid Böhmisch betont die internationale Strahlkraft des deutschsprachigen Buchmarkts.
Fokusthema: „Donau – Unter Strom und zwischen Welten“
Das Fokusthema 2026 richtet den Blick nach Südosteuropa.
Über 50 Autorinnen und Autoren gestalten 87 Veranstaltungen, davon 33 auf der Donau-Bühne in Halle 4. Migration, Vielsprachigkeit und politische Spannungsfelder prägen das Programm.
Im anschließenden Literatur-Talk diskutieren Nadine Schneider („Das gute Leben“, S. Fischer), Katherina Braschel („Heim holen“, Residenz Verlag) und Muri Darida („King Cobra“, dtv) aktuelle literarische Positionen im Kontext des Donauraums.
Preis zur Europäischen Verständigung
Am vergangenen Abend wurde im Gewandhaus zu Leipzig der Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung verliehen.
Preisträger 2026 ist Miljenko Jergović für „Das verrückte Herz. Sarajevo Marlboro Remastered“ (Suhrkamp). Die Jury würdigt sein literarisches Werk, das die Bruchlinien der Geschichte des Westbalkans beleuchtet.
Leipziger Buchmesse
19.–22. März 2026
Messegelände Leipzig
Rund 3.000 Veranstaltungen bei „Leipzig liest“
2.044 Aussteller aus 54 Ländern
Weitere Informationen:
www.leipziger-buchmesse.de