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  • Kunst

Das Mosaik im Dialog mit den Fans

Hannes Hegen, Schöpfer der legendären Digedags, wurde vor 100 Jahren geboren. Das Zeitgeschichtliche Forum widmet ihm eine Ausstellung – und zeigt zugleich das kreative Schaffen engagierter Mosaik- Fans.

Der Ordner zeigt Studien verschiedener Zeichner, die sich als Mitarbeitende beim Mosaik bewerben
Der Ordner zeigt Studien verschiedener Zeichner, die sich als Mitarbeitende beim Mosaik bewerben © Alexander Schmidt / punctum

Ausstellungen über den DDR-Künstler Hannes Hegen und seine Comic-Helden Dig, Dag und Digedag hat das Forum bereits mehrfach gezeigt. Die aktuelle Schau „Mythos Mosaik?“ setzt jedoch einen neuen Akzent: Sie bindet fünf langjährige Fans als Ko-Kuratoren ein und macht so die Rolle der Leserschaft sichtbar.

Anlass sind zwei Jubiläen. Hegen, 1925 als Johannes Hegenbarth geboren, hätte 2025 seinen 100. Geburtstag gefeiert. Zugleich erscheint das erste Mosaik-Heft seit 70 Jahren. Trotz staatlicher Skepsis gegenüber Comics entwickelte sich das Magazin zu einem Erfolg. Hegen und sein Team konnten vergleichsweise unabhängig arbeiten, auch weil die Einnahmen dem FDJ-Verlag Junge Welt zugutekamen und dort andere Publikationen mitfinanzierten.

Auf die Digedags folgen die Abrafaxe

Nach Hegens Rückzug 1975 wurde das Mosaik mit den Abrafaxen fortgesetzt. Bis heute erscheint es in hoher Auflage. Auch die Fangemeinschaft ist bis heute aktiv: Sie gründet Clubs, gibt Fanzines heraus und erweitert das offene Onlinelexikon „MosaPedia“.

Einer der fünf Ko-Kuratoren ist Michael Hebestreit aus Erfurt, Herausgeber des Fanzines „Der Mosaiker“. Die Abenteuer der Digedags prägten ihn schon als Kind. „Meine Oma hatte einen Zeitungskiosk“, erzählt er. „Als sie erfuhr, dass ein Enkel auf dem Weg ist, begann sie, die Digedags zu sammeln.“

Die Reiserouten der Digedags

Hebestreit bringt seine Expertise auch in den Atlas „Vom Orient bis zum Nucleon“ über die Reiserouten der Digedags ein, der in der Ausstellung zu sehen ist. Solche Beiträge verdeutlichen, wie intensiv Fans das Werk Hegens erforschen und weitertragen.

Ob sich heute noch eine vergleichbare Fangemeinschaft bildet wie zu DDR-Zeiten, bezweifelt Kurator Hebestreit. Die Digedags führten die Leser damals durch Raum und Zeit und boten Einblicke in fremde Welten. In einem Umfeld begrenzter Medienangebote hatten die Comics daher eine besondere Wirkung. Brettschneider: „Man muss den Comic im Bezug auf seine Zeit betrachten.“

„Mythos Mosaik? Hannes Hegen, sein Werk und die Fans“
bis 31. Mai
im Zeitgeschichtlichen Forum
www.hdg.de/zeitgeschichtliches-forum

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