//
//
  • Sport
Deutsche Meisterin Josefine Fischer

Das Geheimnis der Apnoetaucherin

Die 22 Jährige vom SC DHfK Leipzig gehört zu den besten Apnoetaucherinnen hierzulande. So schafft sie es, im Wasser mehr als sieben Minuten die Luft anzuhalten.

Josefine Fischer startet im Mai bei der Weltmeisterschaft in Athen
Josefine Fischer startet im Mai bei der Weltmeisterschaft in Athen © Josefine Fischer

Im Aquarium, das im Besprechungsraum neben dem 50-Meter-Becken in der Schwimmhalle in der Mainzer Straße steht, tummeln sich bunte Fische. Die Kulisse passt ganz gut zum Gespräch mit Josefine Fischer, denn die erfolgreiche Apnoetaucherin des SC DHfK benötigt im Wasser ähnlich wenig Sauerstoff und zieht meist mit Flossen ihre Bahnen. 

Ihr Rekord mit der Monoflosse liegt bei 225 Metern ohne zu atmen. Beim statischen Tauchen liegt ihr Bestwert bei sieben Minuten und zwei Sekunden. Mitte März errang die 22-Jährige zwei Deutsche Meistertitel.

Man muss mental dafür bereit sein und sich herunter fahren können. Josefine Fischer vom SC DHfK Leipzig

Mit komplett "leerem Kopf" taucht es sich am besten

Josefine Fischer wechselte 2019 vom Schwimmen zum Flossenschwimmen, begann erst im Herbst 2021 mit dem Apnoetauchen und steigerte sich innerhalb von dreieinhalb Jahren rasant. 

Ungeübte können etwa eine bis anderthalb Minuten die Luft anhalten. Wie also gelingt es der angehenden Sozialassistentin und Erzieherin, Atemreiz und Sauerstoffbedarf der Lunge auszutricksen? „Man muss mental dafür bereit sein und sich herunterfahren können“, erklärt sie. Ihre bevorzugte Methode sei es, die Gedanken komplett auszuschalten. 

Mit „leerem Kopf“ taucht es sich am besten. Auch schöne Gedanken und das Rauschen des Wassers am Ohr helfen ihr, in einen anderen Bewusstseinszustand zu gelangen. Dazu gehört eine professionelle Atemtechnik, bei der sie einmal ganz tief einatmet und danach in kur- zen, schnellen Zügen nachatmet,bevor sie ins Wasser geht.

Gefahr durch Blackout

Schädlich für den Körper sei das lange Luftanhalten an sich nicht, betont sie. Doch gefährlich kann es werden, wenn die ehrgeizigen Sportler einen Blackout erleiden. 

Auch Josefine Fischer hat diese kurze Bewusstlosigkeit im Wasser bereits erlebt, doch es sind stets Trainer und Betreuer dabei, die dann sofort helfen. „Man lernt dadurch viel über den Körper, ist danach reflektierter, taucht bewusster und lernt, seine Grenzen besser einzuschätzen“, sagt sie über die Grenzerfahrung

Im Mai (18. bis 25.05.) will Josefine Fischer ihre Leistungsgrenzen bei den Weltmeisterschaften in Athen weiter nach oben verschieben.

« zurück
zur aktuellen Ausgabe