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Orang-Utans in Not e.V.

Das Beste für die „grüne Lunge“

Der Orang-Utans in Not e. V. setzt sich für den Schutz des Regenwaldes als Lebensraum der Menschenaffen ein. Für die Vorsitzende Dr. Julia Cissewski und ihre Mitstreiter eine Herzensangelegenheit.

 Orang-Utan
Faszination Orang- Utan: Das Überleben der Menschenaffen steht im Mittelpunkt der Vereinsarbeit © Rico Thumser

Orang-Utans leben in den dichten Regenwäldern der Inseln Borneo und Sumatra in Südostasien. Doch sie sind vom Aussterben bedroht – vor allem durch die intensive Abholzung ihres Lebensraums.

Durch ihre Arbeit am Max-Planck-Institut kam Dr. Julia Cissewski vor knapp 20 Jahren zu den größten baumlebenden Säugetieren. „Damals war ich für das Max-Planck-Institut auf Borneo und habe Daten gesam- melt. Da habe ich die Intensität des Lebens gesehen und war sofort von den Orang-Utans fasziniert.“

Wichtig war ihr, den Regenwald für die Tiere zu schützen. Ein großes Problem ist der Anbau von Palmöl auf riesigen Plantagen. Dafür wird immer mehr Regenwald abgeholzt. Dabei verlieren neben den Orang-Utans auch Nasenaffen, Nebelparder und Schuppentiere ihren natürlichen Lebensraum. Für ihr Engagement erhielt die Vereinsvorsitzende 2022 das Bundesverdienstkreuz.

Vereinsgründung in 2007

Um das Leben der Orang-Utans zu schützen, hat Dr. Julia Cissewski mit Gleichgesinnten im Jahr 2007 den Orang-Utans in Not e.V. mit Sitz in Leipzig gegründet. „Schon nach meinem ersten Besuch auf Borneo war für mich klar: Ich muss neben meiner wissenschaftlichen Arbeit etwas Praktisches tun, um die Orang-Utans zu retten.“

Es gibt mehrere Möglichkeiten, aktiv zu helfen: Auf Palmöl verzichten, kein Tropenholz mehr kaufen, Petitionen für aktuelle Projekte unterstützen. Aktiv ist der Verein vor Ort in Borneo und Sumatra unter anderem mit dem Pflanzen von etwa 50.000 Bäumen im Jahr und der Auswilderung von Orang-Utans.

Tiere, die nicht mehr ausgewildert werden können, werden auf begrünte Inseln gebracht, die sogenannten „Orangutan Haven“.

Hier können die Tiere entspannt ihren Lebensabend verbringen. Groß ist das Engagement auch im Bereich der Umweltbildung mit Kindergärten und Schulen im Raum Leipzig – unter anderem dank der Unterstützung durch den Rotary Club Leipzig-Centrum.

Zudem kooperiert der Verein mit der Stiftung Bürger für Leipzig im Rahmen des Programms „Die Wunderfinder“, indem Kindern und ihren Paten geführte Besuche im Pongoland ermöglicht werden. Aktuell hat der Verein etwa 200 Mitglieder aus ganz Deutschland. Einer, den Dr. Julia Cissewski mit ihrer Orang-Utan-Leidenschaft angesteckt hat, ist Wanja Mues.

Der Schauspieler, unter anderem bekannt aus Krimiserien wie „Ein Fall für zwei“, „Tatort“ oder „SOKO Leipzig“, engagiert sich seit einigen Jahren als Botschafter für den Verein

Wanja Mues als Botschafter

Dr. Julia Cissewski und Wanja Mues hatten sich vor einigen Jahren im MDR-Riverboat kennengelernt und sich über die verschiedenen Projekte des Vereins unterhalten.

Gemeinsam waren sie wenig später auf Borneo. „Ich wollte vor Ort sehen, was der Verein macht und wie die Lage der Orang-Utans wirklich ist“, erinnert sich der Orang-Utan-Fan: „Das war eine unglaubliche Zeit. Der Dschungel ist unglaublich schön – aber eben auch massiv bedroht.

Während der Reise habe ich festgestellt: Das Problem sind wir. Die Lage vor Ort ist viel schlimmer als die Geschichten, die ich vorher kannte. Die Orang-Utans sind nur ein Sinnbild für uns Menschen.“ Seit dieser Reise esse er zum Beispiel kein Nutella mehr, weil dort Palmöl verwendet wird. Früher sei er ein echter Nutella-Junkie gewesen.

Liebe auf den ersten Blick Dr. Julia Cissewski

Dr. Julia Cissewski war die Mitgründerin und Vorsitzende des Orang-Utans in Not e. V.

Was ist das Einzigartige an Orang-Utans?

Cissewski: Orang-Utans strahlen eine sehr große Gelassenheit aus und sind wahnsinnig schlau. Außerdem sind sie unglaublich lieb zu ihren Kindern. Man muss diese großartigen Tiere einfach in sein Herz schließen. Für mich war es jedenfalls Liebe auf den ersten Blick.

Wie ähnlich sind sie dem Menschen?

Cissewski: Sehr ähnlich. Sie sind intelligent. Man kann mit ihnen eine 1:1-Interaktion erleben – das ist wirklich faszinierend. Das genetische Material von Menschen und Orang-Utans stimmt zu 97 Prozent überein.

Wie dramatisch ist die aktuelle Situation?

Cissewski: Der Regenwald wird täglich abgeholzt. Pro Stunde wird für Palmöl eine Fläche von 300 Fußballfeldern gerodet. Das unterstreicht den Ernst der Situation. Orang-Utans stehen für den Regenwald, wir sollten sie nicht ausrotten. Wir sitzen schließlich mit ihnen in einem Boot. Wenn die grüne Lunge weg ist, sind wir auch weg.

Der Orang-Utans in Not e. V. trauert

Am 5. Januar, nur wenige Wochen nach dem Interview, ist Dr. Julia Cissewski völlig unerwartet verstorben. Sie wurde nur 51 Jahre alt. Der Verein war seit der Gründung im Jahr 2007 ihre Leiden- schaft und ihr Leben. Unser Mitgefühl gilt ihrem Partner sowie allen Angehörigen, Freunden, Mitstreitern des Orang-Utans in Not e. V. und Kollegen vom Max-Planck-Institut. Das Ahoi-Team

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