- Literatur
Bücher, die wir lesen

Mit beiden Händen den Himmel stützen
Lilli Tollkien
/ ERSCHIENEN IM AUFBAU VERLAG /
Tollkiens kleine Protagonistin Lale, die in einer Männer-WG mit Vater im Berlin der 90er-Jahre aufwächst, erzählt ganz offen aus ihrer Sicht von ihrem schweren Start ins Leben. Von Geborgenheit ist da nicht die Rede. Nur unzuverlässig werden ihr Aufmerksamkeit und Liebe geschenkt. Drogen, Alkohol, Partys und wechselnde Frauen bestimmen den Alltag.
Lale weckt Schutzimpulse, zugleich bleibt ihr Lebensabenteuer spannend. Ein sehr gelungenes Debüt einer Leipziger Autorin, das mich sprachlich überzeugt und emotional erreicht hat.

Die weiße Nacht
Anne Stern
/ ERSCHIENEN IM PIPER VERLAG /
Anne Stern, Germanistin und Historikerin, eröffnet mit „Die weiße Nacht“ eine neue Krimi-Reihe im Nachkriegsberlin.
Dank bildhafter Sprache und guter Recherche fühlt man sich als Leser unmittelbar in den entbehrungsreichen Winter 1946/47 versetzt. Der neu ins Amt berufene Kriminalkommissar Alfred König und die junge Fotografin Lou Faber lösen Fälle, die auf Fakten und Machenschaften des Naziregimes zurückzuführen sind. Eine bereichernde Lektüre.

Henrikes Dachgarten
Albert Wendt
/ ERSCHIENEN IM JUNGBRUNNEN VERLAG /
Auf dem Dach eines Wohnhauses in der Krummen Straße wächst ein kleines grünes Gartenparadies, das die zwölfjährige Hendrike mit dem liebenswerten alten Henne hegt und pflegt. Die Ente Ilse bekommt mit ihren Küken einen Teich, und allerlei Menschen finden dort zusammen. Nur der bösen Frau Hux ist die ganze Sache ein Dorn im Auge; sie fordert Ordnung auf dem Hausdach…
Wendts Wortgewandtheit und Sprachverspieltheit haben großen Charme. Ein Kinderbuch ab 8 Jahren.

Bakterien – die heimlichen Helden
Peter Wohlleben
/ ERSCHIENEN IM MALIK VERLAG /
Sie sind sehr zahlreich und beeinflussen die gesamte Lebenswelt. Dem geht Peter Wohlleben in seinem neuen Buch nach. Dabei schreibt er nicht streng wissenschaftlich, sondern lässt auch persönliches Erleben einfließen und bezieht den Alltag mit ein.
Es geht keineswegs nur um Krankheiten oder Hygiene, vielmehr zeichnet er ein Bild von Lebewesen in unfassbarer Vielfalt und erstaunlichen Leistungen. Inwieweit Menschen in Denken, Fühlen und Handeln wirklich von Bakterien beeinflusst werden, mag in manchen Teilen Spekulation sein.
Hugendubel Leipzig

