Auf den ersten Blick lassen sich wenige Gemeinsamkeiten finden zwischen Jac Leirner und Rafa Silvares – außer, dass sie mit dem Abstand einer Generation in São Paulo Kunst studiert haben. Doch beide treten immer wieder in einen künstlerischen Dialog wie jetzt in „Double Two“ im Kunstverein 47m. Und beide widmen sich Alltagsobjekten.
Leirner mit über Jahrzehnten gesammelten Stickern, die sich in der ortsspezifischen Arbeit „Street“ als Ring durch die Kuppel des Wünschmann-Hauses ziehen. Und ein Stockwerk tiefer mit einem ebenfalls im Kreis verlaufenden rhythmisierten Linienspiel aus farbigem Klebeband. „Hip Hop“ heißt die Arbeit, die Mondrian zitiert und mit geometrischen Formen Klang visualisiert. Bei Silvares tauchen Alltagsgegenstände wie Aschenbecher oder Nadeln als Objekte seiner Ölgemälde auf, wobei sie durch Farbe und Arrangement fast zu abstrakten Kompositionen werden. Seine präzise gemalten Werke kommunizieren mit Leirners geometrischem Farbband.


