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  • Kunst
„Magie. Das Schicksal zwingen“

Böser Blick und okkulte Praktiken

Das Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle wagt sich tief in das Reich der Magie. Amulette aus der Altsteinzeit oder Beschwörungen in Keilschrift erzählen vom Glauben an die Kraft des Zaubers.

Rachepuppe
Diese Rachepuppe aus dem Saarland ziert das Ausstellungsplakat © LDA Sachsen-Anhalt, Foto: Juraj Lipták

Wir mögen uns für rational halten und der Wissenschaft verpflichtet. „Doch die Magie“, sagt Nico Schwerdt, „sind wir nie losgeworden“ und verweist auf Gesten und Traditionen.

Schwerdt hat mit Anne Wolsfeld die Ausstellung „Magie“ im Museum für Vorgeschichte in Halle kuratiert. Die Gegenwart spart die sich über rund 450 Quadratmeter erstreckende Schau zwar weitgehend aus, aber es werden überraschende Kontinuitätslinien sichtbar, die bis ins Heute reichen. Etwa die Furcht vor dem sogenannten bösen Blick. Der ist schon in Keilschriften belegt.

Frühe Schriftkulturen erlauben Einblicke

Einblicke in den Glauben an Magie geben Schriftzeugnisse der Kulturen des Zweistromlandes, etwa der Sumerer im 3. Jahrtausend vor Christus. „Wir zeigen eine Keilschrifttafel, die magische Beschwörungen enthält“, sagt Schwerdt.

Auch im Alten Ägypten spielte Magie eine große Rolle. Jedoch lassen sich Spuren noch viel weiter in die Altsteinzeit zurückverfolgen.

Wissenschaft und Magie gingen oft Hand in Hand, um dem Verständnis der Welt näherzukommen. Nico Schwerdt, Kurator

Begegnung mit Faust und Kepler

Die rund 200 Objektgruppen umfassende Ausstellung gliedert sich in verschiedene Themenbereiche. Mal geht es um Schaden- und Abwehrzauber. Dann steht der Einsatz von Pflanzen und Musik in der Magie im Fokus, zählt Wolsfeld auf.

Außerdem werden drei Personen in Bezug auf Magie durchleuchtet: Faust, Johannes Kepler und Agrippa von Nettesheim. Dabei fällt auf: „Wissenschaft und Magie mit ihren okkulten Praktiken gingen oft Hand in Hand, um dem Verständnis der Welt näherzukommen“, so Schwerdt.

Manches Exponat ist mit einer persönlichen Geschichte verknüpft. Etwa die Figur, die das Ausstellungsplakat ziert. „Wir nennen sie Rachepuppe“, sagt Wolsfeld. Noch im 20. Jahrhundert sollte die Puppe einer Frau helfen, die von ihrem Mann verlassen wurde.

„Magie. Das Schicksal zwingen“
Landesmuseum für Vorgeschichte, Halle
Bis 13. Oktober
www.landesmuseum-vorgeschichte.de

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