Hört man „Renaissance“, denkt man an Italien. Doch die Impulse, die von dort ausgingen, wirkten ebenso nördlich der Alpen. Auch Mitteldeutschland befand sich um 1500 in einem politisch-gesellschaftlichen Umbruch. Vor der Reformation und dem Bauernkrieg veränderten sich Malerei, Bildhauerei und Architektur. Die Spätgotik machte Platz für einen neuen Stil: die Frührenaissance. Diese Epoche beleuchtet eine Ausstellung in Halle, die Ende November beginnt.
Sie zeigt, wie Fürsten im Spannungsfeld von Repräsentation und Frömmigkeit, Macht und Gelehrsamkeit den Stilwandel vorantrieben, indem sie Residenzen und Kirchen errichten und prunkvoll ausstatten ließen. In der Region entstanden bedeutende Werke, unter anderem durch den Venezianer Jacopo de’ Barbari oder den Augsburger Hans Burgkmair. Nicht zuletzt traten Albrecht Dürer und Lucas Cranach d. Ä. in Erscheinung. Ihre Werke werden erstmals in der Moritzburg zusammengeführt, die selbst Elemente der Frührenaissance aufweist.


