Anmutig und mühelos legt sie ihr Bein auf der Ballettstange ab. Der Fuß ist gestreckt, der Rücken gerade. Das strahlende Lächeln darf natürlich nicht fehlen.
Julia Veigel, der Leiterin der Plagwitzer Ballettschule, ist die Freude deutlich anzusehen, während sie im großen Saal eine Kostprobe ihres tänzerischen Könnens gibt. Diese Freude vermittelt sie mit ihrem Team jeden Tag aufs Neue.
Etwa 200 Schülerinnen – und drei Schüler – tauchen in der Ballettschule in der Wachsmuthstraße 3 in insgesamt 33 Klassen in die Geheimnisse der unterschiedlichen Tänze ein. „Wir sind die Ballettschule mit Herz. Bei uns steht das soziale Miteinander an erster Stelle“, antwortet Julia Veigel auf die Frage, was die Schule ausmacht. „Natürlich fordern wir auch Disziplin und Pünktlichkeit.“
Finanzielle Durststrecke
Die Corona-Zeit, in der – wie überall – die Türen geschlossen bleiben mussten, und der plötzliche Umzug vom etablierten Standort in der Karl-HeineStraße 41 in die Wachsmuthstraße im März 2023 haben der Plagwitzer Ballettschule in den vergangenen Monaten zugesetzt.
Aus finanziellen Gründen musste zum Jahresende die Außenstelle am Rabensteinplatz geschlossen werden. Dennoch ist Julia Veigel optimistisch, dass die aktuelle Durststrecke überwunden werden kann. „Wichtig ist, dass wir uns treu bleiben. Wir richten unser Training und unser Kursprogramm immer auch an den Bedürfnissen der unterschiedlichen Altersgruppen aus.“
Vorbehalte "Aufbrechen"
Schließlich habe sich das Ballett in den vergangenen Jahren weiterentwickelt. Unter anderem ist ein eigenes Fachgebiet, die Tanzmedizin, entstanden. „Wir wollen unseren Schülern ein solides Handwerkszeug bieten. Sie sollen erleben, welche Prozesse bei den Tanzbewegungen im Körper ablaufen.
"Wir wollen die Freude am Tanzen für jeden spürbar machen“, sagt Julia Veigel, die sich nicht nur um das Organisatorische kümmert, sondern auch selbst einige Kurse unterrichtet. Außerdem wolle man die Leute in Bewegung bringen und Vorbehalte gegenüber dem Ballett aufbrechen.