• Service
Auf den Spuren von Leipzigs berühmtestem Komponisten

Bachstadt Leipzig - Orte, die jeder kennen sollte

Johann Sebastian Bach und Leipzig - die beiden Namen sind bis heute untrennbar miteinander verbunden. Kein Wunder: Stolze 27 Jahre lebte und wirkte der Komponist in Leipzig und verbrachte so die meiste Zeit seines Lebens hier. Noch heute lassen sich in der Stadt zahlreiche Spuren aus dieser Zeit wiederfinden. Welche Orte man als Bach-Liebhaber unbedingt aufsuchen sollte, verrät unsere Auswahl.

Johann Sebastian Bach: geboren 1685 in Eisenach, gestorben 1750 in Leipzig. © Luise Galisch

1. Nikolaikirche

Obwohl Johann Sebastian Bachs Name allgemein vor allem mit der Thomaskirche verbunden wird, spielt auch die Nikolaikirche eine wichtige Rolle in seiner Leipziger Zeit. Hier begann er am 30. Mai 1723 mit einer Kantatenaufführung im Gottesdienst sein Amt als Thomaskantor. Zahlreiche Werke wie die Johannespassion und einzelne Parts vom Weihnachtsoratorium ließ er sogar als Erstes in den heiligen Hallen der Nikolaikirche erklingen. Noch heute gedenkt die Nikolaikirche den Komponisten mit jährlichen Aufführungen von seinem Weihnachtsoratorium und Passionen. Und auch der BachChor hat selbstverständlich den Namensgeber im Repertoire: Zu hören gibt es u. a. Bachs h-moll-Messe.

Webseite 

2. Thomaskirche

Während Bachs Zeit in Leipzig durch seine Amtseinführung 1723 in der Nikolaikirche begann, wurde sie vor allem durch seine Arbeit als Thomaskantor maßgeblich in der Thomaskirche geprägt. Hier trugt Johann Sebastian Bach während seiner Amtszeit von 1723 bis 1750 maßgeblich dazu bei, dass die Thomaskirche zum Zentrum protestantischer Kirchenmusik wurde. Der weltberühmte Thomanerchor und die Thomaskirche zollen noch heute ihrem berühmtesten Thomaskantor Respekt und bedenken ihn mit zahlreichen Aufführungen. Dazu zählen insbesondere die wöchentlichen Motetten am Freitag und Samstag, die seit 1992 in chronologischer Reihenfolge den Bach-Kantatenzyklus aufführen.

Webseite

3. Bach Grab

Um das Grab und die mutmaßlichen Gebeine von Johann Sebastian Bach ranken sich einige Mythen. Fakt ist: Am 28. Juli 1750 verstarb Johann Sebastian Bach in Leipzig - im Alter von 65 Jahren. Zwei Tage später wurde er vor der Südmauer der Johanniskirche begraben, die allerdings im 2. Weltkrieg stark beschädigt wurde. Der Sarg sowie die mutmaßlichen Überreste von Johann Sebastian Bach wurden im Zuge der am 19. Februar 1949 vollzogenen Sprengung der Kirche, geboren und nach reichlichen Diskussionen schließlich im Chorraum der Thomaskirche beigesetzt.  Dort erinnert eine Bronzeplatte von 1950 an den berühmtesten Komponisten, der in Leipzig je gewirkt hat.

4. Zimmermannsche Kaffeehaus

Im späten 17. Jahrhundert entwickelte sich in Leipzig eine ausgeprägte Kaffeekultur, wie sie zu der Zeit sonst nur in Hamburg und Bremen stattfand. 8 Kaffeehäuser versorgten zu der Zeit die Besucher mit dem schwarzen Gold - eines davon, das „Zimmermannsche Kaffeehaus“, lag in der Katharinenstraße 14 / Böttchergässchen und war eines von Bachs beliebtesten Anlaufstellen in Leipzig. Freilich nicht nur zum Kaffee trinken - sondern auch zum Musizieren. Dort trat im Kaffeegarten zum ersten Mal im Juni 1733 Bachs Collegium Musicum auf, das er Ende März 1729 vom Neukirchen-Organisten Georg Balthasar Schott übernommen hatte. Bald schon entwickelte sich daraus eine feste Routine, jeden Mittwoch trat das Collegium zwischen 16 und 18h in Zimmermanns Kaffeegarten auf. An die historische Spielstätte erinnert heute noch eine Gedenktafel.

5. Neues Bach Denkmal

Für wahre Bach - Liebhaber ist ein Besuch des Denkmals fast schon Pflicht - wie praktisch, dass sich die Statue fußläufig direkt neben der Thomaskirche auf dem Thomaskirchhof befindet. Sie zeigt Johann Sebastian Bach mit halb zugeknöpfter Jacke, offenen Staatsrock und mit einer Notenrolle in der Hand, zum Dirigieren angesetzt - so, als sei er gerade mitten in seiner Arbeit mit dem Thomanerchor. Hinter ihm steht eine Orgel, auf deren Rückseite die alte Thomasschule abgebildet ist. Entworfen wurde die 2,45m hohe Bronzestatute, die auf einem Muschelkalksteinsockel thront, von dem Leipziger Architekten und Stadtbaurat Otto Wilhelm Scharenberg.

6. Bach Archiv

Nur einem Steinwurf vom Leipziger Thomaskirchhof entfernt, versteckt sich eines der ältesten Gebäude Leipzigs: Das Bosehaus. Hier befinden sich heute das Bach-Archiv und das Bach-Museum. Die Räumlichkeiten wurden dabei bewusst ausgewählt: Da Bachs eigenen Wohnräumlichkeiten gegenüber der alten Thomasschule bereits 1902 abgerissen wurden, einigte man sich auf das Bosehaus, wo die Kaufmannsfamilie Bose zu Zeiten von Johann Sebastian Bach lebte und zu der der Komponist eine enge Freundschaft pflegte. Während das Museum (s. u.) die Besucher über Johann Sebastian Bachs Leben und Wirken aufklären soll, werden im Bach Archiv noch tiefer zum Leben und Werken von Bach und der weit verzweigten thüringisch-sächsischen Musikerfamilie vom 16. bis ins 19. Jahrhundert erforscht. Zudem befindet sich in den Räumlichkeiten eine der umfassendsten Sammlung zur Musikerfamilie Bach und einen der weltweit größten Bestände an Originalhandschriften von Johann Sebastian Bach und seinen Söhnen.

Webseite 

7. Bach Museum

Auf rund 450 m² informiert das Bach - Museum im Bosehaus in 12 verschiedenen Ausstellungsräumen über das Leben und musikalische Schaffen von Johann Sebastian Bach in Leipzig. Neben der Dauerausstellung waren bis heute zudem knapp 100 Sonderausstellungen zu besuchen. Wie groß das Interesse an dem legendären Komponisten ist, zeigen die Besucherzahlen: Seit der Gründung des Museums im Jahr 1985 kamen mehr als 1.100.000 Besucher (Stand: Dezember 2020).

Webseite

8. Bachviertel

Wer nach so viel Kultur Lust auf einen Spaziergang an der frischen Luft hat, sollte sich auf den Weg ins Bachviertel machen. Zwar ist nicht überliefert, dass Johann Sebastian Bach hier selbst einmal wohnte, doch die zentrale Sebastian-Bach-Straße, um die sich das Viertel rankt, erinnert an den großen Komponisten. Außerdem ist das gründerzeitlich geprägte Wohnviertel mit seinen vielen Villen und dem Johannapark auch außerordentlich hübsch anzusehen.

9. Gewandhaus

Ein krönender Abschluss eines jeden Bachfans ist sicherlich ein Konzert im Gewandhaus in Leipzig. Hier werden regelmäßig seine Werke aufgeführt - von einem der weltberühmtesten Orchestern der Welt! Ein Blick ins Programmheft zu werfen, lohnt sich also!

Webseite

« zurück
zur aktuellen Ausgabe