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Bach und Kollegen

Prägende Komponisten für Leipzig

Vom 11. bis 21. Juni findet in Leipzig das Bach Fest statt. Mit verschiedenen Veranstaltungen wird so jährlich an den berühmtesten Komponisten, der jemals in Leipzig gewirkt hat, erinnert. Aber auch abseits von Johann Sebastian Bach gab es viele weitere talentierte und erfolgreiche Komponisten, die die Stadt Leipzig musikalisch geprägt haben.

Bach-Denkmal auf dem Thomaskirchplatz © Luise Galisch

1. Johann Sebastian Bach

Seine Name ist untrennbar mit Leipzig verbunden - Johann Sebastian Bach. Stolze 27 Jahre lebte und wirkte der Komponist in Leipzig und verbrachte so die meiste Zeit seines Lebens hier. In dieser Zeit prägte er als Thomaskantor die Gottesdienste und kirchliche Festlichkeiten in der Thomas- sowie in der Nikolaikirche. Abseits davon schuf er er zahlreiche wichtige Werke wie die Johannes- und Matthäuspassion, das Weihnachtsoratorium oder die „Kunst der Fuge“. Seine bekannte „Kaffee Kantate“ entstand wiederum im „Zimmermanschen Kaffeehaus“, einem damals beliebten Kaffeehaus in Leipzig.

2. Felix Mendelssohn Bartholdy

Nach Johann Sebastian Bachs Tod im Jahr 1750 war es der damals 20-jährige Felix Mendelssohn Bartholdy, der im Jahr 1829 die Bach-Renaissance in Deutschland durch die Wiederaufführung der „Matthäuspassion“ einleitete und entscheidend mitgestaltete. Bis heute gilt er als einer der beeindruckendsten Musiker, die jemals in Leipzig gewirkt haben. 12 Jahre lang leitete er zusammen mit Ferdinand David das Gewandhausorchester und verhalf ihm zu seinem hervorragenden Ruf, der bis heute weit über die Grenzen Deutschlands hinausreicht. Zudem war Mendelssohn Bartholdy Begründer der ältesten deutschen Musikschule, die er 1843 als Konservatorium ins Leben rief und die zahlreiche bekannte Lehrenden und Alumni wie Robert Schumann, Edvard Grieg oder Max Reger hervorbrachte.

3. Clara Schumann

Das musikalische Talent wurde der gebürtigen Leipzigerin in die Wiege gelegt: Als Tochter des ehrgeizigen Klavierpädagogen und Instrumentenhändlers Friedrich Wieck erhielt sie mit fünf Jahren bereits eine anspruchsvolle Klavierausbildung. Statt mit ihren Puppen zu spielen, musste sie tagtäglich mehrere Stunden am Klavier üben. Die strenge Erziehung zahlte sich aus: Nur vier Jahre später gab Clara bereits erste Konzerte im Gewandhaus und galt ab sofort als „musikalisches Wunderkind“, das in ganz Europa gefeiert wurde. Heute gilt Clara Schumann als berühmteste Konzertpianistin des 19. Jahrhunderts. Doch die Leipziger Musikerin und Ehefrau von Robert Schumann schuf auch 70 eigene, virtuose Klavierkompositionen.

Wer noch mehr über das Ehepaar Schumann erfahren möchte: Das Schumann Haus in der Inselstraße informiert über die jeweiligen künstlerischen Werdegänge von Clara und Robert sowie über das gemeinsame Leben als Künstler- und Ehepaar.

4. Robert Schumann

Im Jahr 1810 in Zwickau geboren, entdeckte Robert Schumann in Leipzig seine Liebe zur Musik: Bereits nach einem Jahr brach er hier sein Jurastudium ab, um sich ganz der Musik zu widmen. Unter der Leitung des bekannten Klavierlehrers Friedrich Wieck ließ er sich zum Pianisten ausbilden - und lernte die damals 9-jährige Clara Wieck kennen, in die er sich wenige Jahre später verliebte und schließlich 1840 in der Schönfelder Kirche heiratete. Zu dem Zeitpunkt war Clara Schumann eine renommierte, über die Grenzen Deutschlands hinaus gefeierte Klavierpianistin, Robert Schumann dagegen noch nahezu unbekannt. Das änderte sich aber schnell: Ausgerechnet das erste Ehejahr war eines der produktivsten Jahre für den Komponisten. So entstanden in diesem Zeitraum etwa 150 Klavierlieder (darunter der berühmte Zyklus „Liebesfrühling“), die Robert Schumann schlagartig bekannt machten. Im Laufe seiner Karriere erweiterte Schumann seine musikalische Ausrichtung und komponierte zusätzlich Orchestermusik, Kammermusik, Chormusik und eine Oper.

5. Georg Philipp Telemann

Georg Philipp Telemann kennen wir heute vor allem als bedeutsamsten deutschen Komponisten des Spätbarocks. Nach Leipzig führte ihn zunächst das Jurastudium, das er von 1701 bis 1703 absolvierte. Es ist allerdings davon auszugehen, dass der Student damals nicht allzu viel Zeit mit der Lehre verbrachte - stattdessen komponierte Telemann lieber Kantaten für den Thomanerchor. Mit Erfolg: 1702 übernahm Georg Philipp Telemann die Leitung der Oper und wurde zwei Jahre später auch noch Musikdirektor und Organist an der Neukirche. Zudem gründete er gemeinsam mit 40 anderen Studenten 1703 ein Collegium Musicum (Amateurorchester). Tatsächlich blieb das Collegium auch nach Telemanns Umzug nach Sorau bestehen - nicht zuletzt unter der Führung von Johann Sebastian Bach.

6. Richard Wagner

Im Gegensatz zu den Erstgenannten, handelt es sich bei dem weltberühmten Komponisten und Dirigenten tatsächlich um ein Kind der Stadt: Am 22. Mai 1813 erblickte Richard Wagner als letztes von neun Kindern in Leipzig das Licht der Welt. In Leipzig erhielt Wagner zudem seine erste musikalische Prägung: Ab Juni 1830 besuchte er die Thomasschule, die er jedoch ohne Abschluss vorzeitig abbrach. Dafür forderte der Gewandhausmusiker Christian Gottlieb Müller das musikalische Talent von Wagner und unterrichtete ihn heimlich in Harmonielehre. Der Thomaskantor Christian Theodor Weinlig war es wiederum, der das musikalische Talent des jungen Mannes endgültig zu fördern wusste - Wagner dankte es ihm später, als er sein Opus I seinem Förderer widmete. Erstmals in Leipzig erklang 1830 in größerem Rahmen eine Eigenkomosition von Richard Wagner - die Ouvertüre B-Dur wurde an Weihnachten 1830 im Comödienhaus uraufgeführt. 2 Jahre später spielte das Gewandhaus erstmalig Musik von dem berühmten Kind der Stadt, das jedoch kurz darauf aufzog, um die Welt zu erobern.

7. Gustav Mahler

Der gebürtige Österreicher Gustav Mahler kam im Jahr 1886 mit gerade mal 26 Jahren nach Leipzig, um am Neuen Theater als Dirigent zu arbeiten. Zu diesem Zeitpunkt galt Leipzig - neben Paris und Wien - als das Epizentrum der klassischen Musik Europas. Als Kapellmeister etablierte sich Mahler schnell in der Stadt und machte sich mit der Uraufführung seiner eigens von ihm bearbeiteten Oper „Die drei Pintos“ von Carl Maria von Weber einen Namen. Vom dem großen Erfolg bestärkt, komponierte Gustav Mahler im Mai 1988 innerhalb von sechs Wochen seine erste eigene Sinfonie, die ebenfalls wieder wohlwollend von den Kritikern aufgenommen wurde. Doch nach 2 Jahren in Leipzig entschied sich der Österreicher, weiterzuziehen - um immer für kurze Auftritte als Dirigent doch auch immer wieder in die Stadt zurückzukehren, in der er endgültig seinen musikalischen Durchbruch erlebte.

8. Max Reger

In der Opferpfalz im Jahr 1873 geboren, lebte der berühmte Komponist, von 1907 bis zu seinem Tod 1916 in Leipzig. Hier machte er sich vor allem als Universitätsmusikdirektor und als Professor am Königlichen Konservatorium Leipzig einen Namen. Zugleich schrieb er aber auch Kammermusik und arbeitete als Dirigent, Pianist und Organist - so wurde im Gewandhaus zu Leipzig u. a. sein Klavierkonzert uraufgeführt. Max Reger gilt heute neben Richard Strauss als führender deutscher Komponist seiner Zeit. Und hinterlässt der Welt ein großes Oeuvre: In seinen 43 Lebensjahren hat Reger über 1.000 Werke geschrieben, darunter zahlreiche Werke für Orchester und Orgel.

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