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Bugholzmöbel
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Aus dem Dornröschenschlaf geweckt

Tischler Matthias Wenzel belebte das alte Dampfsägewerk bei Grimma, baut es zum Industriedenkmal um und kreiert weltweit einzigartige Möbel.

Matthias Wenzel
Tischlermeister aus Leidenschaft: Matthias Wenzel hat die 100 Jahre alte Vollgattersäge wieder zum Laufen gebracht © Dampfsägewerk Großbothen

Das Dampfsägewerk Großbothen war zwar seit der Jahrtausendwende nicht mehr in Betrieb, doch wie durch ein Wunder war die 1909 gebaute Anlage inklusive vieler Maschinen nahezu komplett erhalten. „Die Maschinen lagen, ebenso wie das gesamte Werk, im Dornröschenschlaf, als wir es 2016 gekauft haben“, berichtet Tischlermeister Matthias Wenzel.

Der heute 40-Jährige stammt aus einem Nachbarort und machte sich nach Jahren in der Fremde, in denen er das Tischlerhandwerk in allen Facetten lernte, mit seiner eigenen Firma selbstständig. Als er sich vergrößern wollte, kaufte er das Sägewerk und siedelte seine bestehende Tischlerei um.

Neben seinem Hauptgeschäft erweckt er das verstaubte Paradies peu à peu zu neuem Leben, um das Industriedenkmal auch für Besucher zugänglich zu machen.

Die Maschinen lagen ebenso wie das gesamte Werk im Dornröschenschlaf, als wir es 2016 gekauft haben.  Matthias Wenzel, Inhaber Dampfsägewerk Großbothen

Weltweit einziger Hersteller

Vor allem fertigt Wenzel im Dampfsägewerk Großbothen heute ganz besondere Möbel: Er hat sich auf sogenannte Bugholzmöbel spezialisiert, bei denen Holz durch ein spezielles Wasserdampf-Verfahren gebogen wird.

Man kennt das Verfahren ursprünglich von Wiener Kaffeehausmöbeln. Vor Jahren begann er, mit der Kartoffeldämpfe seines Opas zu experimentieren, übertrug das Verfahren auf andere Möbel und stellt nun wunderschön geschwungene Einzelstücke her. „Das ist unsere Spezialität.

Das gibt es auch tatsächlich weltweit nur einmal. Wir sind der einzige Hersteller von Bugholz-Betten und -Nachttischen“. Bugholz hat den Vorteil, dass es ebenso stabil wie flexibel ist und somit nicht nur ein einzigartiges Design bietet, sondern äußerst langlebig ist.

Wenzel ist dieser Nachhaltigkeitsgedanke wichtig – bei der umsichtigen Verarbeitung des lokalen Holzes ebenso wie beim fertigen Produkt. „Wenn man sich ein Bugholzbett kauft, hat man das für das ganze Leben“, so der Tischler.

Zu den Tagen des europäischen Kunsthandwerks am 5. April werden zwei Führungen
(10–12 Uhr/14–16 Uhr) durch die einzigartige Anlage angeboten.


Mehr Infos zu Unternehmen und Möbeln:
www.dampfsaegewerk.de

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