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Naturerwachen in der Großstadt

8 Liebenswerte Leipziger Grünflächen

Johanna Park Leipzig
Naherholungsgebiet Johannapark © Ronny Wenzel

Grün, grün, grün sind alle meine Wälder, grün, grün, grün sind alle meine Parks: Leipzig besticht Besucher und Einwohner mit seiner Fülle an Natur! Doch auch wenn der kalendarische Frühlingsanfang schon am 20. März war – der meteorologische sogar schon am 1. März – zeigt sich Leipzig an den ersten Tagen der wohl schönsten Jahreszeit nicht gerade von seiner sonnigsten Seite.
Sobald die fruchtbare Natur aber ihren Auftakt macht, langsam beginnt die Stadt zu durchdringen und die graue Tristesse verjagt, dann werden euch diese 8 Gärten, Parks und Wäldchen nicht enttäuschen. Versprochen! 

Clara Zetkin Park

Unweit der Innenstadt erstreckt sich eine der größten Parkanlagen Leipzigs: Der „Clara-Park“. Nur 5 Minuten braucht man zu Fuß, um vom neuen Rathaus die westlich liegende Oase zu erreichen. Fern von Großstadtlärm und Alltagsstress lockt die weitläufige Anlage mit bestechender Idylle, auf Alleinsein hofft man jedoch vergebens. Menschen aller Art tummeln sich an dem wohl bekanntesten Park Leipzigs und seinen Attraktionen: der Sachsenbrücke, bei der man zuverlässig Straßenmusiker trifft, die Scheibenholz-Rennbahn, hier finden (sofern möglich) Flohmärkte statt, ein Parkcafé, eine Freilichtbühne und ein Musikpavillon. Ganz wichtig: Die Grünfläche wird vom Elsterflutbett in zwei Teile getrennt. Somit befindet man sich durchgängig an einer breiten bewegten Wasserfläche, wodurch die beiden Ufer fast schon promenadenartigen Charakter gewinnen.

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Johannapark

Noch näher an der Innenstadt als der Clara-Park ist der Johannapark. Vernachlässigt man die eigentliche Trennung, wirkt er viel mehr wie ein östlicher Ausläufer des Clara-Parks. Überschaubar gruppieren sich verschiedene von Wegen getrennte Grünflächen um einen zentralen Teich, Blickfang ist die Lutherkirche aus dem 19. Jahrhundert. Über Brücken und Schotterwege durchquert man den Park in weniger als 10 Minuten. Dementsprechend bietet er sich vor allem gut dafür an, ein bisschen an unbewegtem Gewässer zu verweilen, sich eine kurze Verschnaufpause zu gönnen oder sich auf den wuseligen Nachbarpark einzustimmen.

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Palmengarten

Damals noch Bestandteil des Leipziger Auenwalds, geht der Clara-Park im Norden beinahe nahtlos in den Palmengarten über. Von der Käthe-Kollwitz-Straße getrennt, geht mit dem Umbruch der beiden Parks auch das Elsterbecken in das Elsterflutbett über, geführt von einer beeindruckenden Schleuse, der Palmengarten-/Elsterwehr. Nur noch der Name kündet vom ehemaligen Palmenhaus, das zur Jahrhundertwende nach dem Vorbild des Frankfurter Palmengartens entworfen wurde. Gut 4 Jahrzehnte später wurde es von den Nationalsozialisten gesprengt. Glücklicherweise blieb uns der Palmengarten dennoch bis heute als angenehme Grünfläche mit einem gusseisernen Pavillon, einem Spielplatz und einer großen Wiese direkt am Elsterbecken erhalten.

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Rosental

Unterteilt man den Leipziger Auwald nochmal in verschiedene Gebiete, so lassen sich zumindest 3 verschiedene feststellen. Im Nordosten befindet sich der berühmte Leipziger Zoo, an ihn grenzt südlich das Rosental, im Westen liegt der forstähnliche Auwald. Das Rosental ist als solches nämlich im Gegensatz dazu wie ein Park angelegt: Im Zentrum liegt eine weitläufige Wiese, die locker von Bäumen umschlossen wird, und auf der man genügend Platz hat, um sich vielfältig auszutoben. Angenehme Wege flankieren diese freie Fläche und führen an ihr entlang. Außerdem gibt’s noch 2 nette Attraktionen: Dort, wo das Rosental an den Zoo grenzt, liegt das „Zoo-Schaufenster“. Es erlaubt einen Blick auf exotische Tiere im Afrika-Gehege, zum Beispiel Zebras und Giraffen. Begibt man sich westlich aus dem Rosental heraus trifft man am Ende des Auwalds auf den Wackelturm. Erklimmt man ihn, liegt einem Leipzig von der 20 Meter hohen Aussichtsplattform zu Füßen. Gott sei Dank, dass die Stadt so flach ist!

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Lene-Voigt-Park

Die Lage und der Schnitt sind perfekt, fast zwingendermaßen ist dem Lene-Park sein Schicksal schon in die Wiege gelegt. Sobald es wärmer wird und die Studierenden des neu erschlossenen Viertels Reudnitz aus dem Winterschlaf kriechen, verwandeln sie die schlauchförmige Fläche in eine Promenade. Auf der einen Seite die Mauer zum Sitzen, auf der anderen eine breite Grünfläche, um sich anderweitig zu verlustieren (verschiedene Ballsportarten teilweise an ein Trinkspiel geknüpft) ist der Lene-Park der Ort, um Katertage zu verbringen. Will man jedoch nicht auf vergessenswerte Begegnungen der letzten Nacht stoßen, sucht man sich besser einen anderen Platz: Sehen und gesehen werden, das bestimmt den Spaziergang im Park, der auch schnell mal zum Laufsteg werden kann. Aber Vorsicht an Alle aus dem Leipziger Westen, die südliche Seite zieren alte Fabriken und abgestellte Gasleitungen, nichts für schwache Gemüter also!

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Rabet und Elsapark

Südlich grenzt an die sagenumwobene Eisenbahnstraße der Stadtteilpark Rabet, der im Südwesten fast bruchlos via Treppe in den Elsapark übergeht. Den Rabet umschließt eine gewundene Schlaufe, die fast eine Art stadionähnliche Sportbahn ergibt, nur in geteert und krumm. Nimmt man das Angebot an und macht sich mit Sportlerkleidung und Motivation auf den Weg, darf man sich aber nicht auf Sport in unberührter Natur einstellen. Ganz im Gegenteil, der Rabet ist geprägt von sich einmischenden Gebäuden: ob Kindertagesstätte, Schule, Aldi oder Sporthalle. Ein bisschen abgeschlossener ist da der kleine Elsapark am südlichen Rand, der einen Spielplatz, eine Tischtennisplatte und einen Basketballplatz beherbergt.

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Wildpark

Wer vom Zoo-Schaufenster im Rosental nicht genug bekommen hat, der kann noch mehr Tiere beim Besuch des Wildparks in Connewitz sehen. Statt Afrika-Gehege sind das dann aber 25 heimische Tierarten, die noch in Mitteleuropa leben oder damals gelebt haben (besonders überraschend sind die Wisente, eine europäische Bisonart, die im Mittelalter aus dem europäischen Urwald verdrängt wurde). So setzt sich das Gebiet am Rande des Leipziger Auwalds aus weitläufigen Gehegen zusammen, die einen guten Blick auf die Tierwelten ermöglichen. Doch nicht nur für junge Familien hat die Anlage etwas zu bieten: Rad- und Wanderwege locken auch sportlich begeisterte Leipziger in das Naherholungsgebiet.

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Wilhelm-Külz-Park

Der Wilhelm-Külz-Park fällt oft unter den Tisch, wahrscheinlich kennt ihn nur ein Bruchteil der Leipziger. Er hat es ja auch schwer: Sich direkt gegenüber dem Völkerschlachtdenkmal zu behaupten, welchem Park gelingt das schon? Zumindest wird er dafür als angenehme Kulisse wahrgenommen. Ein geschwungener Rundweg führt Naturliebhaber durch das Gebiet mit landschaftlichem Charakter und scheinbar frei angeordneten Gehölzgruppen. Zwischendrin gibt’s auch zwei kleine Appetithäppchen: Einmal die Marienquelle, schon seit dem Mittelalter genutzt, um Wasser in die Stadt zu leiten, heute inszeniert als romantische Felsszenerie. Andererseits der Napoleonstein, neben dem Völkerschlachtdenkmal ein Zeugnis von Napoleons Feldzügen. Anscheinend hatte der französische Kaiser hier seinen Gefechtsstand bezogen. Benannt wurde der Park 1945 nach dem in Sachsen tätigen, linksliberalen Politiker der Nachkriegszeit Wilhelm Külz.

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